Blog

Wir sind am überlegen, ob wir noch länger auf Sardinien bleiben oder die Fähre nach Korsika nehmen.

Die letzten Tage waren sehr windig und das Meer ist viel zu unruhig zum baden. Es könnte natürlich sein, dass sich das Wetter nächste Woche wieder verbessert. Noch wahrscheinlicher ist allerdings, dass es weiterhin abkühlen und der Wind zunehmen wird. Deswegen haben wir uns entschieden, übermorgen die Fähre nach Korsika zu nehmen. In der Hoffnung noch ein paar warme, sonnige Tage auf der französischen Insel genießen zu können, bevor auch dort der „Winter“ einbricht.

Wir fahren zum Capo Testa, das nur wenige Kilometer von Santa Teresa Gallura entfernt ist, von wo aus unsere Fähre starten wird.

Capo Testa:

– das „Nordkap“ Sardiniens

– Landzunge aus grauem Granitfels, den Wind und Wellen im Laufe der Jahrtausende bizarr verformt haben

– bekannt ist das Tal Valle de Luna, in dem während der 60er Jahre zahlreiche Hippies und Aussteiger lebten

Die Felsen des Capo Testa ähneln der Fels-Landschaft der Costa Paradiso, an der wir die letzten Tage verbracht haben. Hier sind die Felsen allerdings nicht rot-braun, sondern weiss-hellgrau und haben rundere Formen. Teilweise könnte man meinen, sich auf dem Mond zu befinden, so sonderbar, aber wunderschön sieht die Landschaft aus.

Eigentlich wollten wir direkt zum Capo Testa fahren, aber zu dem Zeitpunkt gab‘ es eine Baustelle auf der Zufahrt und die Durchfahrt ist leider sowas von schmal und knapp, dass wir uns nicht getraut haben mit unserem Bulli durchzufahren. Stattdessen lassen wir uns am Strand Spaggia Rena di Ponente nieder, der sich quasi direkt davor befindet.

Es sind 24°C. Feiner Sandstrand. Klares, blaues Meer. Das Wetter hat es heute nochmal gut mit uns gemeint 😁 Toll auch wieder hier, dass ich viele, viele Meter hinaus auf’s Meer laufen kann und mir das Wasser nur bis zur Hüfte reicht. Irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass dies unsere zwei letzten Strandtage bzw. Badetage unserer Reise sein werden.

Ach, würde dieser Sommer doch nie enden! 😩

Wir übernachten auf einem großen asphaltierten Stellplatz mit Blick auf die Bucht Baia Santa Reparata. Hier und da halten ein paar Einheimische, die ihre Hunde ausführen. Ansonsten haben wir den Platz ganz für uns allein. Es ist herrlich ruhig. Die Häuser, die sich an der Straße entlang reihen sind fast alle leer. Vermutlich alles Ferienhäuser.

Den nächsten Tag verbringen wir nochmal am selben Strand. Auf der Fahrt dorthin begegnet uns eine Schildkröte auf der Straße. Ohne drüber nachzudenken wollen wir sie zum Meer tragen. Da macht uns eine sehr nette Sardin darauf aufmerksam, dass dies eine Landschildkröte 🐢 sei 😅 Wohl typisch für diese Gegend. Also tragen wir sie zumindest weg von der Straße, ins Grüne.

Bei Sonnenuntergang 🌅 sitzen wir vor unserem Bulli und starren auf‘s Meer. Irgendwie werden wir richtig melancholisch. Gerade hat keiner von uns Lust die Insel zu verlassen. Im Gegenteil. Die bisher schönste „Vanlife-Zeit“ hatten wir hier. Auf Sardinien! Die Menschen sind unheimlich nett, die vielfältigen, immer anders aussehenden Küsten, wunderschön. Jetzt im Oktober ist es kein Problem wildzucampen und das Wetter war geradezu perfekt!

Wir informieren uns über das Wildcampen auf Korsika und stoßen in mehreren Foren auf sehr bedenkliche Erfahrungen: Aufgrund der Überanzahl von frei stehenden Wohnmobilen haben die Korsen sich zur Selbstjustiz entschlossen und gehen drastisch gegen die Wildcamper vor. Wir lesen sogar von Steinen, die auf Caming-Mobile geschmissen werden.

Sehr, sehr unentspannt!

Ich kann es absolut nachvollziehen, wenn Einheimische sich daran stören, wenn immer mehr Camper sich, wie Selbstverständlich, überall breit machen. Man muss schon etwas Feingefühl mitbringen und die Lage einschätzen können. Wir suchen gezielt nur sehr abgelegene Stellen, an denen wir niemanden stören. Auch würden wir niemals Tische oder Stühle auspacken und die Strände zu unseren „Wohnzimmern“ machen.

Leider haben wir auf unserer Reise schon viele Camper beobachtet, die es nicht für nötig halten ihren Stellplatz sauber und ordentlich zu hinterlassen. Sowas ist respektlos und würde mich genauso rasend machen. Vermutlich unterscheiden die Korsen, aufgrund der negativen Erfahrungen, nicht mehr zwischen „guten und bösen“ Wildcampern und sind generell dagegen.

Am späten Abend stellt sich noch ein zweiter T3-Bulli zu uns. Wie schön! 😍 Ein junges deutsches Pärchen mit Baby, die gerade aus Korsika kommen. Wie passend 😉 die beiden schwärmen von der französischen Insel und hatten keine schlechten Erfahrungen als Wildcamper gemacht. Vielleicht sind es dann doch nur die „richtigen“ großen Wohnmobile an denen sich die Einheimischen stören.

Egal, wir werden das Risiko nicht eingehen und uns morgen erstmal einen offiziellen Campingplatz suchen!

 

 

Kommentar verfassen

Menü