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Wir sind viel zu früh an der Fähre in Santa Teresa di Gallura.

Vom Deck aus beobachten wir das Treiben der Mitarbeitern und das „Abfertigen“ der Touristen.

‚hach die Italiener sind wirklich ein nettes Völkchen. Es macht allein schon Spaß ihnen zuzusehen: Eine Fensterscheibe wird runtergekurbelt und ein Mitarbeiter der Fähre lautstark angeblökt. Es wird zurückgeschrien, wild gestikuliert und gelacht. Wir beobachten mehrere solcher Situationen. Sehr emotional, aber einfach sympathisch!

Die Fähre legt ab. Ein Sarde winkt uns zum Abschied. Und ich bekomme einen schrecklichen Kloß im Hals. Sardinien war mit die allerschönste Zeit für uns! Man hat vor so einer Abenteuer-Reise natürlich immer eine ganz bestimmte Wunschvorstellung: Traumstränden, warme Sommernächte am Meer, gutgelaunte Menschen um einen herum… Auf Sardienien hatten wir das volle Programm. Es hätte einfach nicht schöner sein können.

Mir kullern die Tränen. 😢 Ich habe mein Herz an Sardinien verloren! 🧡

Die Überfahrt nach Korsika dauerte noch nicht einmal eine Stunde.

Kaum sind wir in Bonifacio, fühlt sich alles viel hektischer an. Jetzt nur nicht übertreiben. Ich bin voreingenommen und merke, dass ich im Grunde gar keine große Lust auf die französische Insel habe. Besser als auf Sardinien kann es hier eh nicht werden. Oder?

Da unsere Recherchen ergeben haben, dass die Korsen sehr streng mit Wildcampern sind und gerne mal zur Selbstjustiz greifen, fahren wir zu einem kostenpflichtigen Campingplatz. Laut Internet 10€/Nacht in einem Pinienwald direkt am Strand: Palom Baggia. Hört sich sehr gut an. Wir sind gespannt.

Was uns auf der Fahrt dorthin auffällt: Wildcampen wäre eh‘ etwas schwierig. Im Gegensatz zu Sardinien sehen wir hier kaum Park- oder Rastplätze. Auch sehen wir keine kleinen Wege, die mal hier mal dort von der Straße abgehen. Wir fahren weiter. Zu unserem Erstaunen müssen wir keine Camping-Gebühr bezahlen. Es ist Nebensaison und die Service-Häuschen stehen leer. Daher auch keine öffentlichen Toiletten, keine Duschen etc. Aber das kennen wir ja.

Wir suchen uns das schönste Plätzchen im Pinienwald,🌳schnappen unser Badezeug und laufen die paar Meer zum Palom Baggia Strand. Wow! Wir haben nicht damit gerechnet, dass ein Campingplatz eine so schöne Badebucht haben kann. Super schön! Und wird dachten schon, dass unsere letzten Bilderbuch-Strandtage auf Sardinien waren.

Uns gefällt es SO gut hier, dass wir einfach 10 Tage bleiben. Warum auch nicht. Das Wetter stimmt. Es sind immernoch zwischen 21- und 23°C. Wir stehen direkt am Meer, legal auf einem offiziellem Campingplatz, heisst, wir haben nichts zu befürchten und es ist total friedlich hier. Nachts sind wir fast alleine.

An einigen Tagen machen wir dann doch ein paar Abstecher und fahren über die Insel und zu anderen Stränden, wie dem in Santa Giulia, in St. Cyprien oder dem Pinarello-Strand. Aber immer nur so weit, dass wir es Abends mühelos wieder zurück schaffen. Alle sind ganz schön, aber „unserer“ hat uns irgendwie immer am besten gefallen. Ab und zu lassen wir unseren Bulli nach Portovecchio fahren und decken uns im E.Leclerc-Supermarkt ein. Wahnsinn…! Was ein „Lümmel-Leben… 😎

Was auf Korsika, im Vergleich zu Sardinien irgendwie unsympathisch wirkt, ist die Tatsache, dass sich hier alle Leute „abschotten“. Die meisten Grundstücke sind von hohen undurchsichtigen Zäunen umgeben. Elektrische Tore mit Überwachungskameras sieht man hier häufig. Selbst die gutbetuchten Villenbesitzer auf Sardinien kennen keine hohe Zäune. Alles wirkt offener und freundlicher.

Anfang November ist es dann doch soweit. Es wird frisch. Ein Bad im Meer ohne danach zu frieren ist nicht mehr drin. Es sind mittlerweile höchstens noch 19°C. Bikini-Zeit adieu. Die Nächte kühlen ab. Laut Wetterbericht soll es die nächsten Tage vermehrt regnen. Ohne Heizung wird es ungemütlich.

Was ist zu tun? Unsere Bulli-Reise soll noch nicht zu Ende sein! Wo in Europa ist es jetzt noch warm und schön? In Südspanien! Da müssen wir hin! Wir buchen ein Ticket für die Fähre von Bastia nach Nizza. Es wird wieder aufregend. Ich freue mich auf einen laaaangen Road-Trip durch Frankreich und Spanien, bis nach Andalusien. Und wer weiss, vielleicht zieht es uns sogar bis nach Portugal.

Wir haben noch zwei Tage Zeit. Jetzt verweilen wir schon soviel Tage auf Korsika und haben quasi Nichts gesehen.

Mike und Simon, die wir auf Sardinien kennengelernt haben, gaben uns den Tipp auf Korsika einen Ausflug zum Cap Corse nach Nonza zu machen. Dort gibt es einen dunkelgrau-grün schillernden „Asbest-Strand“, mit einem sehr günstigen Camping-Platz ziemlich naturgelegen direkt am Meer.

Asbest? 😳😷 Klingt erstmal abschreckend, aber irgendwie auch interessant. Was hat es damit auf sich? Emma wird startklar gemacht. Wir fahren über Bastia nach Nonza.

Nonza:

– Gemeinde mit 73 Einwohnern
– liegt im Norden Korsikas auf einem 200m hohen Felsen an einem 1760 erbauten Wachturm auf der Westseite von Cap Corse
– bekannt aufgrund seines einzigartigen dunkelgrauen Strand
– die Steine des Strandes erhielten ihre Farbe aufgrund des Schiefers und dem bis 1965 betriebenen Asbestwerks

Eine Serpentinen-Straße führt zu dem kleinen Dorf Nonza, dass quasi senkrecht über dem Meer liegt. Der Campingplatz ⛺ liegt unterhalb des Städtchens. Auch dieser ist kostenfrei. Klasse!

Mal davon abgesehen, dass es zu kalt ist, bin ich mir nicht sicher, ob ich hier baden würde. Obwohl es mittlerweile wohl ungefährlich  ist, da der Asbest über die Jahre aus den Steinen rausgewaschen wurde…

Es fängt an zu regnen 🌧 wie doooof! In der Ferne sehen wir einen T2 den Berg hochfahren. Eigentlich hatten wir mit unserem 50PS-Bulli ausgeschlossen die steile Küstenstraße des Cap Corse entlang zu fahren. Aber wenn der T2 das kann, dann muss seine große Schwester T3, das wohl erst recht schaffen!? 🤔

Nächster Morgen: Es gewittert und der Himmel verfinstert sich ⛈ Nach zwei Stunde sieht es schon etwas freundlicher aus und wir wagen die Fahrt über die Berge. Wir wollen das komplette Cap Corse entlang der Küste bis nach Bastia fahren. Dies wird der, mit Abstand, beschwerlichste Weg für unsere Emma. Teilweise tuckern wir bei Schrittgeschwindigkeit die steile Straße hinauf und halten den Atem an, ob unser Oldie wohl gleich streiken- und anfängen wird zu qualmen. Aber er hält durch. Die Strecke mit ihrer atemberaubenden Aussicht auf das Meer ist einmalig und hat sich zu 100% gelohnt! Ist aber Nichts für Leute mit Höhenangst 😉

Das war ein perfekter Abschluss unseres kurzen Aufenthalts auf Korsika.

 

Fazit: Korsika ist eine wunderschöne Insel und hat mit Sicherheit einiges zu bieten. Zum Wildcampen im November ist es allerdings zu spät. Im Vergleich zu den Sarden, empfanden wir die Korsen bei Weitem nicht so entspannt und freundlich. Sehr schade!

Sardinien bleibt unser Vanlife-Paradies!!! 🤩👙🌴🏖⛺🧡

Wir legen in Bastia ab und freuen uns diesmal auf eine Kabine und eine gemütliche Nacht. Die Fahrt zur Côte D‘ Azur wird ein Erlebnis und ist alles andere als erholsam… 😫🤢

 

 

 

 

 

3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Eine tolle Seite habt ihr. 🙂 Wir sind auch gerade dabei uns einen T3 zu suchen. Vielleicht mögt ihr uns auch folgen und einige Tipps geben wie man einen guten Blogartikel so aufbaut. Eure sehen klasse aus mit den Bildern zum öffnen. 🙂

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    • Mariann&Emil
      23/12/2018 10:57

      Vielen lieben Dank 😁 habt ihr mittlerweile einen T3 gefunden? Sorry die späte Rückmeldung, sind momentan sehr eingespannt (zurück im realen Leben) 😉

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      • Hallo ihr beiden. 😊 Noch haben keinen eigenen Bulli, sonst hätten wir das auch schon sofort gepostet und drüber geschrieben. 😉 Wir haben uns aber schon einen ausgeguckt, müssen nun nur noch unseren Peugeot verkaufen um genug Geld für den Kauf zu haben.

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