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Während wir noch morgens in unserem gemütlichen Wägelchen schlafen. Merken wir, dass es langsam voller um uns herum auf dem Parkplatz wird. Scheint ein beliebter Ausgangspunkt für Spaziergänger zu sein. Eigentlich möchte ich noch schlafen. Leider muss ich aber anfangen darüber nachzudenken, ob es Menschen gibt, die unsere frisch gewaschenen Handtücher von der Leine nehmen würden? Um es dramatischer auszudrücken: „Hoffendlich klaut von diesen ganzen Frühaufstehern und Wanderlustigen keiner unsere Wäsche!“ Man weiß eigentlich, dass es idiotisch ist, sich über sowas Gedanken zu machen. Aber es ist dann doch der Grund, warum ich nicht weiterschlafen kann und aufstehe um nachzusehen… Hängt natürlich alles noch 😅

Wäscheleine verstaut. Gemütlich gefrühstückt. Wir wollen los und uns Kivik anschauen.

Nach den ersten Metern merkt Emil, dass die Bremse nicht mehr richtig funktioniert. Sehr, sehr unschön! Während er gestern die Bremsleitung repariert hat, ist wohl die komplette Bremsflüssigkeit draufgegangen.

Wir suchen uns die nächst liegende Autowerkstatt raus und fahren bei ca. 20km/h nach Simrishamn und sind heilfroh, als wir sicher ankommen!

„Peer“ aus der Werkstatt lässt alles stehen und liegen und schaut sich unsere kränkelnde Emma an. Sie bekommt neue Bremsflüssigkeit, wird entlüftet und fährt wieder einwandfrei. Emil hatte die Bremsleitung gestern wohl schon selber komplett reparieren können und ist natürlich seeehr stolz!

Ausser der Bremsflüssigkeit will Peer keine Kohle von uns. Super nett! Wieder einmal ist unser Bulli ein Magnet aller Werkstatt-Mitarbeiter und bekommt ein Kompliment nach dem anderen.

Wir sind beflügelt und machen uns endlich auf nach Kivik.

Kivik:
– gehört zur Gemeinde Simrishamn und zur Provinz Skåne

– liegt direkt an der Ostsee in Südschweden

– 895 Einwohner

Das kleine Städtchen ist idyllisch und schön. Yastad hatte uns dann aber doch noch besser gefallen.
Wir schlendern ein bisschen am Hafen entlang und genießen die Sonne am Strand.

Es wird Nachmittag und unser Interesse richtet sich auf unseren nächtlichen Stellplatz. Unser nächstes Ziel ist die Hafen- und Marinestadt Karlskrona. Also schauen wir mal was es auf dem Weg dorthin für schöne Parkplätze gibt. Die Insel Almö (Naturschutzgebiet) fällt uns ins Auge. Also ab dort hin!

Als wir den ersten Stellplatz ansteuern, fühl’ ich mich wie ein Fremdkörper. Es stehen Wohnmobile Tür an Tür. Ihre Besitzer sitzen alle mit ihren hässlichen Klappstühlen vor ihrem Wagen und wirklich fast alle haben Dosenbier in der Hand und glotzen uns blöd an, als wir mit unserem VW-Bus mitten durch ihr „Campingmobil-Paradies“ fahren. Wir stellen uns ganz am Ende auf einen freien Platz. Unsere Nachbarn haben wohl auch schon paar Pullen hinter sich. Die Dosen liegen nämlich alle verteilt um ihre Klappstühle herum. Ich find’s einfach nur assi! 😠

Meine Laune ist auf dem Tiefpunkt! Zwischen diesen „Klischee-Campern“ halte ich es in diesem Moment nicht aus und wir marschieren los und wollen das Naturschutzgebiet etwas näher erkunden.

Am Ende der Straße gabelt sich eine weitere Straße ab. Vielleicht gibt’s da einen schöneren Stellplatz? Ich bin guter Dinge, denn schlimmer kann’s meiner Meinung nicht werden!

Wir laufen durch wunderschöne Natur und kommen an einen See. Mit Stellplatz! Und Toilette!

Das Tolle: Der Stellplatz hat eine Höhenbegrenzung. Ein Wohnmobil kommt da unmöglich durch 😆

Wir sprinten wieder zurück, schnappen uns Emma und fahren zum See.

Ganz allein sind wir allerdings nicht, denn direkt am Wasser sehen wir ein Zelt ⛺️. Es gibt sie also doch noch! Die richtigen Camper 🤗

Dieser Ort ist sooo wunderschön. Wir haben beide jetzt schon das Gefühl, dass wir hier nicht nur eine Nacht verweilen werden.

Insel Almö Naturreservat:

– 10km südöstlich von Listerby

Am nächsten Morgen machen wir ein Picknick am Steg. Der Himmel ist wolkenlos. Ein richtig schöner Sommertag! Wir nutzen die Gelegenheit und waschen unsere Wäsche. Leider haben wir am Ende mehr Wäsche, als Platz auf der Leine zur Verfügung steht. Kein Problem. Ich hänge entlang des ganzes Stegs unsere Wäsche aus. Währenddessen mache ich es mir so richtig gemütlich. Zeit für Bikini, Sonnenbrille, trallala… 👙🕶💦
Nach ein paar Stunden wird es dann aber leider unangenehm. Es fängt so heftig an zu winden, dass ich die Wäsche, die nicht festgeklammert ist, unmöglich da hängen lassen kann, denn sonst landet sie im Wasser. Ich breite also die gesamten Kleidungsstücke auf dem Boden des Stegs aus und beschwere sie mit dem was ich so griffbereit habe: Sonnencreme, Wasserflasche, mein Buch, Kamera, Wäschesack… Auf den Rest der so lose rum liegt, versuch’ ich mich halbwegs draufzulegen, damit er nicht wegfliegt.

Bequem ist was anderes! Mir bleibt aber nichts anderes übrig, denn Emil liegt im Bus, weil er schon zu lange in der Sonne gelegen hat. Die 5min zu ihm laufen kann ich aber auch nicht, weil ich das ganze Zeug alleine nicht tragen kann und selbst wenn ich 2 oder 3x laufen würde, fliegt in der Zwischenzeit der Rest weg… 🌬

Also verharre ich einfach. Zumindest scheint die Sonne noch und es ist einigermaßen warm, wobei es mit dem Wind zunehmend kühler wird. Und auf’s Klo müsste ich eigentlich auch mal… Eine Stunde später kommt Emil endlich wieder vorbei 😃 wir packen alles zusammen und hängen unsere Wäsche direkt am und im Bus auf. Abends möchte ich gerne noch meine Haare waschen. Leider ist das für mich unter freiem Himmel unmöglich, weil mit Einbruch der Dunkelheit soviel Stechmücken am Start sind, dass dieses Vorhaben von mir auf den nächsten Morgen verschoben wird. Früh morgens ist es noch kalt, da fliegen hoffentlich noch keine Mücken rum…

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