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Auf unserem Übernachtungsplatz in Ro haben wir einen sehr netten Italiener kennengelernt, der uns die Stadt Ferrara ans Herz gelegt hat.

Ferrara:
– befindet sich in Norditalien in der östlichen Po-Ebene
– Einwohner: ca. 132.000
– die 1391 gegründete Universität ist eine der ältesten Europas
– Italiens fahrradfreundlichste Stadt
– eine der wenigen italienischen Städte nichtrömischer Gründung
– der Stadtkern gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe

Sehr beeindruckend ist der mittelalterliche Stadtwall, der fast völlig unversehrt ist.

Was uns sofort auffällt: Es stehen viele wunderschöne Oldtimer in der gesamten Stadt rum. Vermutlich ein besonderes „Wochenend-Event“.

Ansonsten ist Ferrara einfach sehr schön zum schlendern. Es gibt überall was zu bestaunen.
Die mittelalterlichen Plätze und Gassen sind mit Kopfsteinpflastern gesäumt auf denen zahlreiche Fahrradfahrer gemütlich unterwegs sind.
Die Renaissance-Altstadt mit ihrer 9km langen Stadtmauer ist nur für Fußgänger und Fahrradfahrer zugänglich, was absolut entspannt ist!

Ein paar Fakten: 89,5% der Einheimischen benutzen hier das Fahrrad als Fortbewegungsmittel und 30% der Wege werden mit dem Drahtesel zurückgelegt. Der Wert ist vergleichbar mit Amsterdam. Hättet ihrs gewusst? Ich find‘s klasse 😬

Als nächstes werden wir uns Bologna angucken. Ist irgendwie ein „Muss“ dort hin zu fahren. Glauben wir zumindest 😉

Bologna:
– siebtgrößte Stadt Italiens
– Einwohnerzahl: ca. 388.400
– liegt in Norditalien, 60km vom Adriatischen Meer entfernt
– die 1088 gegründete Universität ist das älteste Institut dieser Art in ganz Europa
– 20% der Einwohner sind Studenten 👨‍🎓👩‍🎓
– die Stadt ist Namensgeber der Bologna-Reform (Vereinheitlichung des europäischen     Hochschulraums)

Wir haben etwas Abseits in Castel S. Pietro übernachten. Von hier aus fahren wir entspannt mit dem Zug (15min).
Die Entscheidung hierfür war nicht ganz einfach zu treffen. Kaum sind wir am Bahnhof angekommen, fing es an zu regnen. Da standen wir dann erstmal, wie angewurzelt.
Macht es Sinn bei Regen nach Bologna zu fahren? Lassen wir‘s lieber? Fahren wir lieber morgen? Nach einer Stunde konnten wir uns einigen, dass eigentlich keiner von uns Bock hat im Bulli rum zu hängen.
Also, looooos!

Hat sich gelohnt! Kaum sind wir angekommen, Sonnenschein ☀️ Glück muss man haben.
Bologna selbst hat mich irgendwie erschlagen. Diese Menschenmassen sind unerträglich..
Ferrara war viel entspannter! Ansichtssache. Die Stadt hat viele historische Gebäude, schön ist sie ganz sicher!
Da heute Sonntag ist, sind überall kirchliche Stände aufgebaut. Aus Megaphonen dröhnen religiöse Reden. Menschen jubeln. Irgendwie befremdlich und nicht ganz unser Ding!

Was ein Erlebnis war, ist der Aufstieg auf den Turm Asinelli.

Der Turm ist knapp 100m hoch und hat eine Neigung von 2,20m. Zusammen mit dem kleineren Garisenda-Turm bilden sie „die zwei schiefen Türme von Bologna“. Das Wahrzeichen der Stadt. Wir steigen 30min, gefühlt 1000 knarrende und zum Teil sehr steile Holz-Treppen empor (tatsächlich sind es dann doch „nur“ 500 😉).
Aber es lohnt sich. Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick über die ganze Stadt.

Nach der ganzen Aktion haben wir einen Bääären-Hunger. Und entscheiden uns ein Restaurant aufzusuchen. Man gönnt sich ja sonst nix…
Ein unvergessliches Erlebnis war auch dieser Besuch.

Bologna ist die Heimat der Tortellini. Natürlich bestellen wir sie dann auch! Ich betone an dieser Stelle schonmal, dass sie unter den Hauptgerichten stehen und keine Vorspeise sind.
Der Kellner bringt uns jeweils einen riesigen Teller auf denen exakt 5 Tortellini liegen. Diese Tortellini sind sehr schön angerichtet, aber 5?
Unser erster Gedanke: Hier will uns jemand verarschen! Wir schauen uns um, auf die Teller der anderen. Gerade kommt der Kellner und bringt das Essen an den Tisch hinter uns. Die Portionen sind der Witz! Sowas hab‘ ich noch nie gesehen.
Wir essen im Schneckentempo unsere Teller auf. Sonst wäre der ganze Spaß ja nach 1min schon vorbei gewesen.
Letztendlich zahlen wir 35€ für 10 Tortellini in Salbeisoße und eine große Flasche Wasser. Muss man alles mal gemacht haben!

Wir haben übrigens recherchiert! In Bologna sind solche Portionen sehr üblich, auch zu solchen Preisen!

Im Zug zurück träumen wir von großen Portionen und machen uns später im Bulli noch eine ordentliche Brotzeit 😁

 

 

 

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • „Ferrara ward durch seine Fürsten groß !“

    Schade, dass Bologna eine kleine Tortellini-Entäuschung war !

    Goethe war auch auf dem Turm Asinelli: „Gegen Abend rettete ich mich endlich aus dieser alten, ehrwürdigen, gelehrten Stadt, aus der Volksmenge, die in den gewölbten Lauben, welche man fast durch alle Straßen verbreitet sieht, geschützt vor Sonne und Witterung, hin und her wandeln, gaffen, kaufen und ihre Geschäfte treiben kann. Ich bestieg den Turm und ergötzte mich an der freien Luft. Die Aussicht ist herrlich! Im Norden sieht man die paduanischen Berge, sodann die Schweizer, Tiroler, Friauler Alpen, genug, die ganze nördliche Kette, diesmal im Nebel. Gegen Westen ein unbegrenzter Horizont, aus dem nur die Türme von Modena herausragen. Gegen Osten eine gleiche Ebene, bis ans adriatische Meer, welches man bei Sonnenaufgang gewahr wird. Gegen Süden die Vorhügel der Apenninen, bis an ihre Gipfel bepflanzt, bewachsen, mit Kirchen, Palästen, Gartenhäusern besetzt, wie die vicentinischen Hügel…“

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