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Nachdem wir so begeistert von der Rubjerg Erhöhung auf Jütland waren. Zieht es uns weiter entlang der windigen Küste auf die Bulbjerg Kalksteinklippen.

Bulbjerg:
– ist ein Kalkfelsen an der Küste der Jammerbucht im Norden Jütlands
– erhebt sich 47m über der Nordsee
– aufgrund der gewaltigen Wellen des Meeres ist der Felsen ständigen Erosionen ausgesetzt,   wodurch der Strand nebenan entsteht

Der Weg dorthin ist schon wunderschön. Die hügelige Wiesen- und Gräserlandschaft sieht schroff und ungezähmt aus. Wie eine englische Küstenlandschaft, die mir noch aus der Kindheit in Erinnerung geblieben ist.
Ich liebe diese windige 💨 schroffe Natur!
Wir parken unsere Emma und ich hüpfe durch das hohe Gras auf die riesige Kalksteinklippe direkt vor uns.
Oben angekommen haben wir einen atemberaubenden Ausblick auf die Küste. Der Wind fegt allerdings so stark, dass wir Mühe haben uns auf den Beinen zu halten.
Ein versteckter Weg führt zu einem Bunker aus dem 2. Weltkrieg. Hier flüchtige ich mich erstmal hin. Zu meiner Überraschung ist er offen. Ein winziges Museum befindet sich hier drin mit alten Fotografien. Durch den alten „Schieß-Schacht“ erspäht man einen Blick auf die Nordsee.

Unsere Zeit in Dänemark neigt sich dem Ende zu.

Wer hätte gedacht, dass wir hier soviel tolle Ecken entdecken… Ganz am Anfang unserer Reise konnten wir nicht schnell genug aus dem Land kommen, weil uns klar wurde, dass wir hier offiziell nicht wild campen dürfen.
Glücklicherweise sind wir in Schweden auf eine App gestoßen, die uns in Europa legale und kostenlose Stellplätze anzeigt. So haben wir uns letztendlich doch noch getraut uns hier niederzulassen 😬

Am nächsten Morgen fahren wir in Richtung Flensburg. Unser Ziel: Die Niederlande!
Wir wollen so wenig Zeit, wie möglich in Deutschland verbringen, weil wir unsere Mitgliedschaft bei der Krankenkasse gekündigt und nur noch eine Auslandsversicherung haben.

Am späten Nachmittag landen wir in Schleswig Holstein irgendwo bei Schleswig. Leider ist uns nicht mehr ganz klar, wo das genau war… 😅 und kaufen noch schnell das Nötigste ein. Auf dem Parkplatz des Supermarkts kommen wir mit einem älteren Norddeutschen ins Gespräch. Ein absolutes Original! Erinnert mich an Konny Reimann. Die Hälfte von dem was er sagt kommt mir wie eine Fremdsprache vor. Emil unterhält sich aber blendend mit ihm. Später kommt raus, dass er den Dialekt aber auch nur zum Teil verstanden hat 😆

Bei unserem nächsten Tankstellen-Stop ⛽️ treffen wir den sympathischen Kerl wieder und er ist wild entschlossen uns einen „geheimen“ Stellplatz mitten in der Natur zu zeigen. Super nett! Er vorne weg. Wir hinten nach. Und wir kommen tatsächlich in einer Natur-Idylle an:
Links von uns saftig grüne Weiden soweit das Auge reicht. Auf der anderen Seite fließt ein Fluss entlang an dem einige Angler gemütlich in der Abendsonne sitzen und direkt vor uns eine Hand voll Kühe 🐄 🐮 die uns begrüßen.
Danke an den netten Norddeutschen!

Am nächsten Morgen auf der Autobahn geraten wir in ein heftiges Unwetter und ein Stau entsteht. Emil merkt, dass die Schaltung nicht mehr funktioniert 😳 schon seit einigen Tagen kam es immer mal wieder vor, dass der 1. und 2. Gang nicht richtig reinging. Aber mittlerweile funktioniert der 1. fast gar nicht mehr. Sehr, sehr schlecht! Vor allem im Stau…
Wir flüchten auf einen Rastplatz.
Ein mulmiges Gefühl macht sich in uns breit. Bitte nicht schon wieder eine Panne! Wenn die Schaltung im Eimer ist, wird die Reparatur mit Sicherheit kein Kinderspiel werden.
Die nächste Autowerkstatt, mit sehr guter Bewertung, liegt in Papenburg. Wir warten bis der Regen sich legt und hoffen, dass der 1. Gang wenigstens noch ein letztes Mal funktioniert.
Es klappt!

Die Jungs aus der Werkstatt sind unglaublich nett! Sie lassen quasi alles stehen und liegen um uns zu helfen, damit wir so schnell wie möglich weiter fahren können. Ein bisschen auch, weil sie unseren Bulli so toll finden 😉
Das Resultat ihrer „Untersuchung“: Kupplung und Getriebeschaden. Worst case!!! Ich könnte heulen 😭
Das Positive an dem ganzen Schlamassel ist die Tatsache, dass unser Wagen immer noch Gewährleistung hat.
Wir kontaktieren unseren Verkäufer bei Gotha. Glücklicherweise hat er ein Getriebe vor Ort. Was natürlich auch heisst, dass unsere Emma irgendwie in den Osten kommen muss.
Jetzt lohnt sich unsere Mitgliedschaft beim ADAC Plus. Der Bulli wird kostenlos zu unserer Wunschwerkstatt gebracht.
Ganz viele Fragen schwirren uns durch den Kopf:
Wann wird der Bus abgeholt, wie lange wird das dauern bis er in Gotha ankommt und wann wird dann die Reparatur fertig sein? Und noch viel wichtiger ist die Frage: Wird unsere Emma überhaupt wieder flott oder ist sie am Ende reif für den Schrottplatz? 😱

Die Jungs bieten uns an mit unserem Bulli in der Werkstatt zu übernachten. Nach dem ganzen Stress sehnen wir uns jetzt, zur Abwechslung mal, nach etwas komfortablerem. Wir buchen ein Zimmer in einem sehr schönen Gästehaus.

Der ungewohnte Luxus lässt mich in Hochstimmung kommen. Eine Dusche 🚿und ein riesiges Bett. Auf dem Weg hierher da gab es doch eine Pizzeria… Da wollen wir jetzt hin!
Pizza 🍕 im Bett und nach 6 Wochen wieder fern zu sehen und Nachrichten schauen zu können entpuppt sich für mich als Riesen-Event.

Am nächsten Morgen gönnen wir uns ein herrliches Frühstücksbuffet.
Unser Bulli wird die nächsten Tage in der papenburger Werkstatt verbringen, bis er von einem Sammeltransporter nach Ost-Deutschland gebracht wird. Laut ADAC wird das zehn bis vierzehn Tage dauern. Unser Verkäufer verspricht uns den Wagen, nach Ankunft, innerhalb von zwei Tagen zu reparieren.
Wir holen unser kostenloses Mietauto ab und fahren erstmal zu einer Techniker-Filiale um abzuchecken, ob wir uns bis Ende August nochmal versichern können.
Es klappt!

Uns fällt ein Stein vom Herzen, dass bisher alles so reibungslos von Statten geht.

Jetzt fahren wir erstmal nach Fulda. Zu Emils Mama. Auch wenn unser Europa-Abenteuer nun vorerst pausiert wurde, freuen wir uns unsere Familien wieder zu sehen und auf eine nette Zeit in Deutschland 😊

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