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Nach drei italienischen Städte-Trips sehnen wir uns wieder nach etwas mehr Ruhe und fahren weiter durch die Toskana zu einem entzückenden kleinen Städtchen Namens Lucignano.

Noch toller ist, dass es einen kostenlosen Stellplatz für Camper mitten auf einer Wiese hat. Wir stehen hier direkt an einem Olivenhain am Fuße eines kleinen Berges, auf dem das Dorf seinen Platz hat.

Obwohl wir schon am frühen Nachmittag ankommen, fühl‘ ich mich unendlich müde…

Zuviele Eindrücke in den letzten Tagen. Mir fallen die Augen zu bis es nach zwei Stunden unerträglich heiß im Bulli wird, weil die Sonne direkt rein knallt.
Mit einem Lächeln auf den Lippen beobachten wir, wie sich noch ein T3-Bulli seinen Weg zu uns bahnt. Ein Pärchen packt ihren Camping-Tisch und Stühle aus. Sowas haben wir nicht! Irgendwie sind wir bei dem Anblick etwas neidisch, wie sie da so komfortabel sitzen… wie passt das Zeug bloß bei denen in den Bulli?
Der Sache werden wir morgen auf den Grund gehen!
Jetzt machen wir erst einmal einen Spaziergang und laufen hoch in das nette Lucignano.

Hier sieht es absolut so aus, wie man sich ein traditionelles altes italienisches Dorf vorstellt. Wunderschön urig! Kleine Bäckereien in schiefen alten Steinhäuschen mit Holz-Fensterläden. Gepflegte Gassen, in den Wäscheleinen von einer zur anderen Seite gespannt sind und alte, gut gekleidete Herren, die sich auf dem Kirchplatz angeregt unterhalten, so wie es Italiener nun mal gerne tun 😉

Am nächsten Morgen kommen wir mit dem „Bulli-Pärchen“ ins Gespräch. Neben Tisch und Stühlen, die übrigens einfach nur auf ihrer Matratze lagern, haben sie sogar einen Kühlschrank. Sehr cool! Darauf haben wir gezielt verzichtet, weil wir keine zweite Batterie haben und auch nicht permanent auf Strom und somit kostenpflichtige Camping-Plätze angewiesen sein wollten.
Die beiden müssen leider schon zurück nach Deutschland. Die Semesterferien sind fast vorbei.

Ach, was ein Luxus, dass momentan kein Ende unserer Reise in Sicht ist! 😁
Wir sind gespannt was die Toskana sonst noch so zu bieten hat.

Ein Freund von Emils Papa meinte, dass man das Städtchen Siena nicht verpassen sollte.
Also fahren wir genau jetzt dahin!

Siena:
– befindet sich im Zentrum der Toskana
– Einwohnerzahl: ca. 53.800
– gilt als eine der schönsten Städte Italiens
– seit 1995 gehört die Altstadt zum UNESCO-Welterbe
– die Stadt wird vom mittelalterlichen Charakter der italienischen Gotik geprägt
– 20.000 Studenten besuchen hier die 1240 gegründete Universität

Die Stadt begeistert uns beide!

Nicht so groß, wie Bologna. Einfach toll und atmosphärisch!
Mit einem Eis 🍦 in der Hand setzen wir uns auf die Piazza und beobachten das Treiben. Irgendwie mögen wir die Italiener. Die Menschen wirken bei Weitem entspannter und zufriedener, als die Deutschen. Im Vergleich zu Skandinavien ist hier in Italien irgendwie mehr Stimmung. Mehr Leben! Ich mag die zurückhaltende Freundlichkeit der Skandinavier auch sehr! Wenn man in Italien aber beispielsweise in einen Supermarkt kommt, ist direkt was los. Die Leute unterhalten sich, es wird diskutiert… In Schweden ist man von viel Ruhe umgeben und alles läuft sehr gesittet ab. Tja, und in Deutschland guckt man von einem Miesepeter-Gesicht zum anderen. Ob das nur am Wetter liegt?

Ich werde die Einheimischen auch in den nächsten Ländern sehr genau beobachten und ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass der unfreundliche Deutsche mit seinem „ich-geh-zum-Lachen-in-den-Keller-Gesicht“ tatsächlich ein lokales Phänomen ist 🙄

Übernachten werden wir in einem Naturschutzgebiet neben einem kleinen Örtchen Namens Brenna. Direkt an einem kristallklaren Fluss. Selten so einen sauberen Fluss gesehen! 😯 Emil kann nicht widerstehen und nimmt direkt ein Bad.

Bevor wir schlafen gehen, bekommen wir auf unserem Parkplatz einen sehr, sehr seltsamen Besuch.
Zuerst hören wir nur einen Mann, der sich lautstark über jemand anderen aufzuregen scheint. Vermutlich seine Frau, denken wir und schenken dem Ganzen keine besondere Aufmerksamkeit. Bis Emil aus dem Fenster in seine Richtung schaut und sieht, dass da gar Niemand ist. Dieser Mann schreit und gestikuliert mit Jemandem, der gar nicht existiert. Er macht seine Beifahrertür auf und brüllt ein Phantom an. Und es sieht so aus, als würde er wollen, dass da wer aus seinem Wagen aussteigt. Er marschiert über den Parkplatz und tobt. Das ganze Szenario dauert bestimmt 20min und wird immer verrückter. Wir sitzen mucksmäuschenstill im Wagen, weil wir das Gefühl haben, dass dieser Mann wirklich irre bzw. schizophren ist!
Ich sitze im hintersten Eck des Bullis und wage noch nicht einmal einem Blick aus dem Fenster.

Wir sind mehr als erleichtert, als er dann doch endlich wieder in seinen Dreirad-Transporter steigt und abdüst!

 

 

 

 

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