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Über die Steiermark fahren wir Richtung Klagenfurt nach Kärnten und stellen uns mitten ins Grüne 🌳🌿 auf einen kleinen Parkplatz direkt am See.
Im Stausee wimmelt es von Schwänen. Es sind so viele, dass es fast etwas beängstigend ist.. wo kommen die alle her? 🙄
Um uns herum Berge ⛰ und Wiesen in saftigem grün. Ab und zu fährt ein Fahrradfahrer vorbei oder ein Wanderer lässt sich blicken. Es ist herrlich ruhig. Absolut idyllisch!
Eigentlich fast zu schade um hier nur zu übernachten…

Noch am selben Abend fängt es an zu schütten. Es schüttet die ganze Nacht. Es schüttet den kompletten nächsten Tag 😓 eigentlich wollten wir weiter nach Italien fahren, aber da wo wir hinwollen soll das Wetter genau so bescheiden sein…
Also entscheiden wir uns an Ort und Stelle zu bleiben und lassen uns ein auf einen Tag im Bulli. Was macht man da so? Beispielsweise Kniffel spielen bis einer schmollt, weil das Glück heute nicht auf seiner Seite ist. Filme gucken, lesen…

Ab und zu muss man dann eben doch mal raus, wenn die Blase sich meldet, was bei solchen extremen Wetterbedingungen unschön ist. Gerade wenn 1min reicht um klitschnass zu sein.
Ohne Heizung wird man leider auch nicht so schnell wieder trocken.
Wir fröstelt, die Nase läuft… aber eeeeegal! Es ist trotzdem so schön kuschelig und ein, zwei Tage ist das völlig in Ordnung 😊

Am nächsten Morgen betrachte ich mir die Berge und sehe, dass sich doch tatsächlich die Spitzen, über Nacht, in Schnee gehüllt haben. Wie schön! 🏔
Aber irgendwie ist es auch nicht wirklich das was wir anstreben. Beim Anblick des Schnees fröstel ich noch mehr.

Plötzlich fällt uns der Abschied vom schönen Österreich ganz leicht. Wir wollen ins Warme!

Noch am selben Tag überqueren wir das Dreiländereck und haben italienischen Boden unter den Füßen. Schon wärmer. Aber noch nicht warm genug!

Von unserem Stellplatz in Tarcento ist es nicht mehr weit bis nach Venedig.

Am nächsten Tag stellen wir unsere Emma, auf einem Parkplatz in einem etwas zwielichtigen Wohnviertel wenige Kilometer vor Venedig, ab. Emil und ich haben das erste Mal ein mulmigen Gefühl den Wagen die nächsten Stunden alleine stehen zu lassen, aber mit dem Auto nach Venedig reinzufahren wäre Harakiri!
Wird schon werden.
Das Praktische: Eine Straße weiter fährt die Tram direkt zu unserem Ziel.

Weniger praktisch ist die Tatsache, dass keiner von uns mehr Bargeld einstecken hat.
Ziemlich dämlich!
Emil hat da so eine tolle app, die einem die nächst liegenden Bankautomaten anzeigt. Wir irren hin und her. Da soll einer sein! Laut app, stehen wir direkt davor. Wir stehen vor einer Bücherei… wir sind beide endlos genervt. Mittlerweile ist es 13Uhr und die zehnte Straßenbahn 🚊rauscht an uns vorbei.
Emil kriegt es dann irgendwie hin eine app des öffentlichen Nahverkehrs zu installieren und wir kaufen uns übers Internet die Tram-Tickets.

20min später unser ersehntes Ziel: Venedig!

Venedig:
– italienisch: Venezia
– befindet sich im Nordosten Italiens
– Einwohner: ca. 262.000
– über die Hälfte der Gesamtfläche besteht aus Wasser
– die Stadt gehört zu den beliebtesten Reisezielen weltweit
– ca. 24 Millionen Besucher innerhalb eines Jahres

Ich erwarte sehr wenig. Vor Jahren war ich, während meiner Schulzeit hier und fand es schrecklich!
Damals war es Hochsommer, unerträglich heiss und die Menschenmengen haben einen, gefühlt, durch die Stadt geschoben. Überall standen in den Gassen Müllsäcke rum, die natürlich, wegen der Hitze, gestunken haben. Selbst das Wasser in den Kanälen müffelte und sah schmutzig aus…

Aber heute: Angenehme 23Grad, strahlend blauer Himmel. Die Besucherzahl bei Weitem geringer. Und das Wasser leuchtet türkis. So hatte ich die Stadt nicht in Erinnerung.

Wir sind beide begeistert! Wir schlendern durch die Gassen ohne bestimmtes Ziel. Und genießen die besondere Atmosphäre der Stadt.

Wir fragen uns, wie es wohl ist, als Einheimischer hier mitten zwischen den tausenden Touristen zu leben, die hier jeden Tag in die Stadt strömen.
Jeder will Venedig sehen und es werden täglich mehr. Durch die Billigflüge fast für jeden erschwinglich. Die Menschen müssen sich doch fremd in ihrer eigenen Stadt vorkommen!
Die Tatsache, dass viele Wohnungen gekauft werden, um sie über airbnb zu vermieten, macht das Ganze noch viel unschöner, weil es noch mehr Venezianer verdrängt…
Wir beobachten, wie Holzpfähle (das Fundament der Stadt) durch riesige abrissbirnenähnliche Gewichte, mit Hilfe von Kränen, in den Boden gerammt werden.
Wegen der immer höheren Anzahl von tonnenschweren Kreuzfahrtschiffen wird das Sediment in Venedig so erschüttert, dass sich die Pfähle immer weiter lösen.

Auf dem Weg zurück träumen wir noch ein bisschen von der schönen Stadt und kommen dann doch wieder in der Realität an, als wir aus der Bahn steigen und zu unserem Bulli laufen.
Er wird ja wohl nicht aufgebrochen sein 😨
Nein! Er steht da, schöner denn je. Ach, Emma. Wir lieben dich❣

Unser heutiger Übernachtungsplatz wird in Ro sein. In Ro am Fluss Po 😬

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