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Emils Geburtstag verbringen wir bis zum Mittag ganz gemütlich in Tanumshede am See. Dann zieht es uns weiter in das Vättlefjälls Naturreservat am Surtesjön-See.
Das Waldgebiet 🌳 und die Gegend um den See herum ist super schön und unser Spaziergang wird immer länger… wir lassen den Tag ruhig ausklingen inmitten von Natur.

Morgen werden wir uns die letzte Stadt in Schweden anschauen: Gøteborg!
Von Mehreren habe ich gehört, dass die Stadt nicht besonders reizvoll ist. Aber ich versuche unvoreingenommen zu sein und bin gespannt was mich erwartet.

Gøteborg:
– zweitgrößte Stadt Schwedens
– Einwohner: ca. 580.000
– liegt an der Westküste am Fluss Göta älv

Unseren Bulli parken wir am Rande der Stadt und laufen zu Fuß in die Stadtmitte. Mit der Idee, so besonders viele Eindrücke von der Stadt mitzunehmen.
Wir sind ca. 45min unterwegs. Und mein erster Eindruck ist alles andere als rosig. Ich habe das Gefühl, dass wir durch das ranzigste Viertel der Stadt laufen. Die sonst so sympathischen Schweden sehen hier irgendwie zwielichtig aus 😐 rein gar nichts sieht hier gerade nett aus!
Je weiter wir laufen, desto unwohler fühle ich mich. Am Liebsten würde ich direkt wieder zurück laufen…

Letztendlich hatten wir dann aber doch einen sehr schönen Tag. Nach mehreren Tagen im Nirgendwo, ist so ein Abstecher in die Stadt doch immer wieder schön.
Wir haben am Flussufer in der Sonne gebadet, in den Saluhallen (Markthalle) sehr gut gegessen und den restlichen Tag im Trädsgårdsföreningen (Stadtpark) verbracht.
Die Stadt selbst würde ich nicht unbedingt als schön bezeichnen. Man muss sich dann doch gezielt ein paar schöne Ecken raussuchen. Der Stadtpark mit seinem Palmenhaus 🌴 und Rosengärten 🌹 gehört definitiv dazu!

Unser heutiger Übernachtungsplatz liegt irgendwo zwischen Laröd und Hittarp direkt am Meer.
Gegen Abend sehe ich einen Mann über den Parkplatz laufen. Mir fällt nichts ungewöhnliches auf. Als Emil kurz vor dem Schlafengehen auf die öffentlichen Toiletten geht, sieht er ihn in einem der Toilettenräume zusammengekauert sitzen. Er wird dort seine Nacht verbringen. Mich beschäftigt das den ganzen Abend. Unseren Luxus monatelang in einem kuschligen Bulli durch die Weltgeschichte reisen zu können und nur ein paar Meter weiter weiß jemand nicht wo er sonst schlafen soll, als neben einem Pissoir.
Klar, es ist nicht so, als wüsste man nicht, wie ungerecht der Wohlstand auf die Menschheit verteilt wird. Aber es so nah mitzuerleben tut richtig weh! Ich muss mich beherrschen nicht zu ihm zu gehen und ihm was zu essen anzubieten.

Am nächsten Morgen frühstücken wir ewig bis wir unsere sieben Sachen packen und zum Kullaberg Nationalpark fahren. Unser letzter Ausflug in Schweden 😢 ein bisschen traurig sind wir, aber man soll schließlich gehen, wenn’s am Schönsten ist und wir haben wirklich seeehr viel Zeit im Land von Michl und Pippi Langstrumpf verbracht.

Kullaberg Nationalpark:
– der Kullaberg (Kullen) ist eine felsige Halbinsel zwischen Arild und dem Leuchtturm Kullen und der dazugehörigen Umgebung (Kullabygd) an der Küste des Öresunds
– die Klippen fallen bis zu 70m steil ins Wasser
– meistbesuchte Naturreservat Schwedens

Unser Tag in den Kullen war sehr, sehr schön!

Die Wälder mit ihren Wanderwegen, die Sicht auf die Klippen und dann erst der traumhafte Platz ganz oben am Leuchtturm. Die Felsen und die Klippe sind ungesichert. Das heisst, man kann tatsächlich bis nach ganz vorne klettern und in 70m Höhe seine Beine baumeln lassen. Von hier aus sieht man dann nur noch Meeeeeer 🌊 Toll!!!

In unserer letzten Nacht in Schweden befinden wir uns direkt an der Grenze zu Dänemark.
Wir stellen uns an einen riesigen öffentlichen Badeplatz mit Sicht auf die Brücke, die beide skandinavischen Länder verbindet.
Wir schlagen uns mal wieder mit Stechfliegen rum und beobachten das Treiben der anderen Bulli- und Wohnmobil-Fahrer.
Mehrere Meter hinter uns flucht ein Opa in regelmäßigen Abständen lauthals über sein Wohnmobil, welches nicht mehr anspringt. Man muss dazu sagen, dass das Mobil mindestens genauso alt ist, wie der Mann selbst.
Nach einer Stunde springt das Teil endlich an und es fährt dahin… Ruhe.

Ach, ist das herrlich!

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