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20:00Uhr

Mit 5 Tagen Verspätung geht’s nun endlich los. Diesen Moment hatten wir uns monatelang vorgestellt und so oft herbei gesehnt.

Wir sind angespannt. Jetzt geht’s tatsächlich los. Die Freude ist riesig und doch haben wir beide einen Kloß im Hals. Als wir mit unserem Bulli Emma in die erste Straße abbiegen, bricht es zuerst aus mir heraus. Dann hat sich Emil leider auch anstecken lassen. Die Tränen kullern. Der Abschied fällt schwerer als gedacht…

Wirre Gedanken schwirren uns im Kopf herum, wie:

Eigentlich haben wir es doch sehr schön bei uns in Kassel:

Wir haben ne‘ bomben Altbauwohnung, unsere Freunde und Kollegen sind spitze. Wir lieben Casselfornia! Wir hätten es also auch hier gemütlich haben können. Ein richtig schöner Sommer mit Freunden und Familie…

Tatsächlich wird unsere Stimmung vorerst nicht besser bis uns auf der Autobahn ein Bulli T3 überholt. Pärchen mit zwei Kindern. Man grüßt sich, winkt. Wie Bulli-Fahrer das so machen. Wir lachen und die Trübseeligkeit ist wie weggeblasen.

Um 01:30 legen wir unsere erste Pause ein. Irgendein Autohof in Richtung Dänemark. Der Familien-Bulli von vorhin steht witzigerweise auch hier. Scheinen hier zu übernachten. Wir sehen Taschenlampenlicht und hören es Flüstern. Wir können es kaum erwarten selbst unsere erste Nacht im Bulli zu verbringen. Aber wir sind zu aufgekratzt. Wir fahren weiter. Wollen es bis nach Dänemark schaffen. Quatschen und hören Musik. Die ganze Nacht.

Keine gute Idee, wie sich später rausstellt.

Wir kommen irgendwann morgens in Dänemark an. Müdigkeit kündigt sich an. Wir überlegen wo wir schlafen können. Fahren irgendwo ab, finden nichts abgelegenes. In unserer Naivität dachten wir irgendwie das „Jedermannsrecht“, das Recht also überall wild campen zu dürfen, gilt in ganz Skandinavien. Also auch in Dänemark. Blöd nur, dass in Dänemark angeblich stark kontrolliert wird, weil man eben NICHT wildcampen darf.

Wir sind genervt und übermüdet. Und weil wir noch blutige Anfänger sind trauen wir uns nicht in unserem Bulli einfach irgendwo zu schlafen.

Meine Idee: Sich irgendwo an den Strand stellen und im Sand schlafen. Dagegen wird man wohl nix sagen können. Das klappt genau 30min. Wir werden von Mücken attackiert und es scheint so, als wäre ganz in der Nähe ein Spinnennest, denn überall krabbeln Mini-Kreaturen dieser Viecher rum…

Zurück in den Bulli. Wir fahren zum nächsten Parkplatz der uns begegnet, ziehen die Vorhänge zu und schlafen. Für genau 2 Stunden. Dann wird es unerträglich heiß und wir merken jetzt erst wie laut es eigentlich ist. Wir stehen direkt an einem Kreisel auf einer Hauptstraße und die Sonne knallt. Wenigstens konnten wir etwas Energie tanken.

Wir haben genug von Dänemark. Auf geht’s ins „Wildcampen-Paradies“ Schweden!

Gegen Abend kommen wir in Trelleborg an. Unser erster Schlafplatz direkt am Meer. Was gibt es Schöneres!?

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